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Präeklampsie

An einer Präeklampsie (früher: EPH-Gestose) erkranken 6-8 % der Schwangeren. Die aktuelle Definition erfordert einerseits eine chronische oder eine i. d. R. nach der 20. SSW neu aufgetretene Gestationshypertonie. Während in der Praxis Hypertonie ab 140/90 mmHg diagnostiziert wird, gelten für die Heimblutdruckmessung bereits Werte ab 135/85 mmHg als hypertonisch [1]. Zur Diagnosestellung wird außerdem mindestens eine neu auftretende Organmanifestation gefordert, welche keiner anderen Ursache zugeordnet werden kann. Zu den typischerweise betroffenen Organsystemen zählen insbesondere Plazenta (mit fetaler Wachstumsretention), Niere, ZNS, Leber, blutbildendes System und Lunge. Bei der Präeklampsie handelt sich um eine Multi-Systemerkrankung, bei der es aufgrund einer gestörten Plazentation zur Fehlregulation plazentarer angiogenetischer und antiangiogenetischer Faktoren kommt. Der aktuellen (2024) sK2-Leitlinie der DGGG [1] entsprechend sollen alle Schwangeren im ersten Trimenon über die Möglichkeit eines Präeklampsie-Screenings informiert werden, wozu auch regelmäßige Laborkontrollen (“Präeklampsie-Labor“ s. u.) gehören. Der sFlt-1/PlGF-Quotient gibt bereits ab dem frühen 2. Trimenon wichtige prognostische und differentialdiagnostische Hinweise. Das Wiederholungsrisiko nach einer vorangegangenen Präeklampsie liegt bei 12 – 27 %. Präeklampsie-Patientinnen tragen für ihr weiteres Leben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen.

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