
Eine typische Komplikation fortschreitender Borrelieninfektionen ist der Befall des Zentralen Nervensystems (ZNS) im Sinne einer sogenannten Neuroborreliose. Betroffen werden können die Hirnhäute, das Hirn selbst oder auch einzelne oder mehrere Hirnnerven. Entsprechend vielschichtig können auch die klinischen Symptome ausfallen. Das klassische Beispiel einer akuten Neuroborreliose ist der Ausfall des VII. Hirnnerven, die Facialisparese mit hängendem Mundwinkel und einseitig eingeschränkter Gesichtsmimik. Chronische Verlaufsformen äußern sich oft mit uncharakteristischen, neurologischen oder auch psychiatrischen Auffälligkeiten.
Für die Labordiagnostik ist immer eine parallele Einsendung von Liquor und Serum erforderlich. Die Untersuchung besteht zunächst aus dem Grundprogramm: Zellzahl, Gesamteiweiß (nur Liquor), IgG-, IgA- und IgM-Quotientendiagramm (Reiberschema), und dem Nachweis einer intrathekalen Antikörpersynthese. Hierfür werden Oligoklonale IgG, Borrelien-IgG- und IgM-Antikörperindex in Serum und Liquor bestimmt. Durch die gleichzeitige Immunoblotuntersuchung bei grenzwertigem und positivem Antikörpernachweis können die Nachweisempfindlichkeit und die Spezifität des Systems noch gesteigert werden.
Nur selten positiv bei der Neuroborreliose ist der molekularbiologische Nachweis der Borrelien-DNA im Liquor mit der PCR-Methode. Ein negatives PCR-Ergebnis kann deshalb eine aktive Infektion nicht ausschließen.
Ergänzende Aussagen zu einer möglichen Krankheitsaktivität, Klärung bei differenzialdiagnostisch schwierigen Fällen, sowie zur Therapieerfolgskontrolle kann der Lymphozytentransformationstest (LTT) geben.
Die speziellen Blutröhrchen (CPDA) können im Labor angefordert werden.
Liquor und Serum parallel
- Zellzahl, Gesamteiweiß im Liquor
- Quotientendiagramme IgG, IgA, IgM
- Oligoklonale IgG
- Borrelien-IgG-Index
- Borrelien-IgM-Index
- Borrelien-Immunoblot
- Borrelien-PCR im Liquor
- Borrelien-LTT im CPDA-Blut
Ansprechpartner
bei medizinisch-fachlichen Fragestellungen:
Dr. med. Andreas Gerritzen
— Facharzt für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie —
Tel.: +49 (0)421 2072-108
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