Die Diskussion um eine gesundheitliche Gefährdung durch Amalgam-Füllungen oder seine Bestandteile hat in den letzten Jahren an Schärfe zugenommen. Amalgam ist eine Mischung aus mehreren Metallen, darunter Quecksilber und Kupfer. Seit vielen Jahren besteht der Verdacht, dass Quecksilber aus Amalgam-Füllungen für eine Reihe von Beschwerden verantwortlich ist, wie: Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, erhöhte Reizbarkeit, Rückenschmerzen. Ferner gibt es Studien, die eine Quecksilberfreisetzung aus Amalgam für eine verminderte Fruchtbarkeit und Fehlgeburten verantwortlich machen. Diese Zusammenhänge sind jedoch umstritten.
Quecksilber ist anteilsmäßig das wichtigste Metall einer Amalgam-Füllung. Da Quecksilber gleichzeitig ein hohes Gift-Potential hat, steht für die Frage einer gesundheitlichen Störung durch Amalgam die Belastung mit Quecksilber im Vordergrund. Mit einer relativ einfachen Untersuchung von Quecksilber im Morgenurin kann eine erhöhte Belastung des Organismus mit Quecksilber erkannt werden. Da es sich hier um eine vorbeugende Untersuchung handelt, ohne dass bislang ein sicherer wissenschaftlicher Zusammenhang zwischen den genannten Beschwerden und Quecksilber anerkannt wurde, gehört die Untersuchung nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen und die Kosten müssen vom Patienten selbst getragen werden.
Wenn im Morgenurin, gesammelt über 24 Stunden, eine Quecksilberkonzentration unter 1,4 µg/l bzw. unter 1,0 µg/g Kreatinin gemessen wird, ist eine erhöhte Belastung mit Quecksilber sehr unwahrscheinlich. Ein deutlich erhöhter Quecksilberwert (über 7 µg/l bzw. über 5µg/g Kreatinin) allein sollte jedoch auch kein Grund sein, Amalgam-Füllungen zu entfernen. Bevor Sie sich dafür entscheiden, ist ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Zahnarzt zu empfehlen.
Der Dimaval-Test
Der Dimaval-Test, bei dem die Freisetzung von Quecksilber aus den Organen mit Hilfe eines Komplexbildners (z. B. Dimaval®) im Urin gemessen wird, steigert die Empfindlichkeit für den Nachweis einer Quecksilberbelastung („toxikologisches Vergrößerungsglas“).
Andere Schwermetalle
Folgende durch Umwelt und Nahrungsmittel aufgenommene Schwermetalle können gesundheitlich von Bedeutung sein: Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Silber, Zink.
Diese Vorweginformation ersetzt nicht das Gespräch mit Ihrem Arzt, der Ihre Fragen zur Belastung mit Schwermetallen durch Amalgam und Umwelt beantworten wird.